»Marc-Stefan Andres«

Lancaster – Werk/Tag 5: Konzert

31.Oktober 2010

Marc Günnewig von Modulorbeat wollte es sich nicht nehmen lassen, höchstselbst die Bänke noch einmal auf Stabilität hin zu überprüfen, bevor heute, am letzten Tag der Lancaster-Werktage-Woche, die Bude richtig voll werden sollte.

Sebastian Voß brachte wie besprochen Gläser und Whiskey mit, um einem Lancaster-Ritual fröhnen zu können – sich einen gemeinsamen Drink unmittelbar vor einem Konzert zu genehmigen. Das beruhigt die Nerven und ölt die Stimmen!

Gegen 18.00 Uhr waren die meisten Instrumente für den Soundcheck aufgebaut, auch die dritte Gitarre inkl. Verstärker und das Metallophon – beides Instrumente, die wir für eine letzte Probe brauchen sollten:

Zusammen mit den beiden Kuratoren der Werk/Tage André Boße und Marc-Stefan Andres wollten wir noch einen Lancaster-Song austesten, um diesen dann später auch beim Konzert vorstellen zu können.

Vier bis fünf Durchgänge später war “King Of Spain” im Kasten, Soundcheck zusammen mit dem Cello von Hendrik Tarvenkorn, mit der Elektronik von Thomas Bücker und dem Bläserensemble – dann kam das Publikum. Gegen 20.30 Uhr betraten Lancaster die Bühne und starteten mit den drei Stücken des Cello-Sets.

Wir hatten das Gefühl, alle drei Songs noch etwas stimmiger hinbekommen zu haben als am Montag bei der öffentlichen Probe – ein prima Anfang für unser Abschlusskonzert, wie wir fanden.

Foto: Katja Baron

Im Anschluss daran gab es den ersten Wechsel an den Instrumenten: Marten Bornmann (Posaune), Philipp Clodt (Tenor-Saxophon), Manfred Pohlschmidt (Trompete) und Marc Picker (Alt-Saxophon) stellten mit uns zusammen die drei Songs vor, die wir am Mittwoch hier öffentlich geprobt hatten:

Im Nachhinein hätten wir uns doch den Luxus gönnen sollen, alle Blasinstrumente extra zu mikrofonieren, denn je nachdem, wo man im Publikum stand oder saß hörte man mehr oder weniger gut den Gesamtklang der Band. Aber das ist ja auch ein Charakter der gesamten Werk/Tage: Es kann, muss und soll nicht alles perfekt sein, denn viele Ansätze dokumentieren lediglich einen Prozess auf dem Weg zum fertigen Ergebnis.

Danach präsentierten wir mit dem vorhin noch frisch einstudierten “King Of Spain” einen Song, der ursprünglich nur eine 20 sec. lange Idee eines Songs, ein Songfragment war und hier auf 5 min. ausgewalzt wurde und damit einer immer lauter werdenden Sound-Spirale glich. Das hätte “Züge der frühen Velvet Underground”, wie ein Freund hinterher kühn zu behaupten wusste.

Nach André Boße und Marc-Stefan Andres betrat nun Thomas Bücker als unser nächster Gast die Bühne. Wir spielten die drei Lancaster-Songs exakt in der Reihenfolge des Lernprozesses vom Vortag und machten nach dem atmospärisch dichten “Chuck/To The Moon” mit dem dritten Remix von “Catch Me” mit Thomas sowohl an der Elektronik als auch an den Drums ein wuchtiges Fass auf und baten mit “Porcelain Toilet” zum Big Beat-Tanz!

Nun galt es, die Lautstärke etwas zu drosseln und das Konzert mit der vierten Version von “Catch Me” zu beschließen – jetzt zusammen mit dem epiFUNias Gospelchor Münster und dem wunderbaren Winne Voget. Anrührender und schöner hätten wir diesen einmaligen Abend, diese einmalige Woche musikalisch nicht beschließen können – die randvolle Stadthausgalerie war nun endgültig aus dem Häuschen und zollte uns einen Applaus, der mir durch Mark und Bein ging! Der Chor setzte noch einmal zum Reprise von “Catch Me” an und nach etwa 70 Minuten beendeten Lancaster ihre Werktage-Woche mit einer (auch wenn das anmaßend klingen mag) Größe, die ich nicht erwartet hatte und nicht erwarten konnte.

Unser uns die ganze Woche begleitendes Filmteam, welches ebenso viel Arbeit wie Lancaster oder wie unser Techniker Tobias Mennemeyer geleistet hatte, machte noch eine letzte Interview-Runde durch das Publikum und befragte uns anschließend nach einem Fazit, welches selbstredend nur überschwänglich ausfallen konnte.

Wir bedanken uns für eine unvergessliche Zeit hier in der Stadthausgalerie bei unseren Mitmusikern, unseren Gästen der Stadthausgalerie, bei den Kuratoren, bei Risna Olthuis vom Kulturamt der Stadt Münster, vielen anderen uns helfenden Händen und vor allem bei unseren Kamaraleuten Katharina Miggelt, Jonas Köhne und Jan Telgkamp:

Wie es mit Lancaster nun genau weitergehen wird, wissen wir noch nicht, aber es sind Studio-Aufnahmen angedacht, um die Erfahrungen dieser Woche konservieren zu können, der Dokumentarfilm wird in Kürze geschnitten, evtl. laufen hier und da schon kurze Teaser dazu. Am Samstag haben wir die Stadthausgalerie ausgeräumt, sind wieder in unseren 16 qm kleinen Keller im JIB/Gleis 22 gezogen und wurden sentimental, weil diese Woche damit definitiv beendet wurde. Die Werk/Tage gehen weiter, in Erinnerung bleiben tausend tolle Dinge, viele neue Freunde und eine überraschend schlüssige Setlist: