Da stehe ich nun an der rechten Flanke der Stadthausgalerie, mit Wolfgang A. Müller an meiner Seite, meinem VOX-Verstärker und zwei weiteren Amps hinter, einem Mikrofon vor und einem weiteren Stativ neben mir. Ein Schlag in die Saiten und der etwa 200 qm große, weiße Raum lässt diesen Ton warm und lange nachklingen – fantastisch!
Zum ersten Mal spielen wir in dieser Mini-Besetzung gute zwei Hände voll Lancaster-Songs, ohne Drums, ohne Bass, ohne Keyboards – in der Hoffnung, dies möge den Projekt- und Probe-Charakter der Werktage Münster ein wenig widerspiegeln. Freunde sind gekommen, Werktage-Mitveranstalter und –Künstler schauen zu, einige Leute schlendern vom roten Schauraum-Teppich des Rathausinnenhofs in die mit zahlreichen Tageslichtprojektoren strahlende Galerie – manche neugierig, manche erschrocken ob der (allerdings in meinen Ohren moderaten) Lautstärke, manche laufen schlicht an uns vorbei, um sich den an die Wände geworfenen Künstler-Kurzbiografien zu widmen und manche bleiben stehen und lauschen.
Wolfgang hat sein Hallgerät über zwei Verstärker gekoppelt, so dass wir tatsächlich in einem wohlig-warmen Klangraum stehen. Nach den ersten beiden Songs traue ich mich, meine Stimme mehr zu modulieren, Töne und Silben zu ziehen – ich versuche, mit dem Raum und seiner Akkustik zu spielen, was mir sehr viel Spaß macht und was auch funktioniert.
Wir haben zu einigen aktuellen Songs ein paar ältere Stücke ausgegraben, die wir schon sehr lange nicht mehr gespielt haben – inklusive zweier Coverversionen. Wir starten somit öffentlich die Suche nach den Songs, die wir im Rahmen des Werktage-Konzeptes mit anderen Musikern neu arrangieren wollen. Dass der Rahmen (Raum, Helfer, Kuratoren, Künstler, Gäste) dabei so hilfreich sein kann, haben wir uns lediglich erhoffen können. Mit Rückenwind gehen Lancaster nun die Werktage an – werdet ein Teil davon!



