Zehn Künstler, zehn Tageslichtprojektoren. Hunderte Menschen und Dutzende Fragen. Eine Band, ein Kurzfilm und ein Illustrator: Die Werktage Münster haben sich im Rahmen von “Schauraum” am Samstagabend zum ersten Mal dem Publikum vorgestellt. Unser Experiment nimmt damit Konturen an: Wir sind bereit, den Leuten zu zeigen, wie Kunst entsteht.
Zu erklären, warum wir von kommenden Freitag (10. September) bin in den November hinein keine fertige Kunstwerke ausstellen, sondern den Weg vom Nichts bis zur Kunst öffentlich machen, fiel uns leicht: “Weil das sonst keiner macht und endlich mal gezeigt gehört!” Und es gab viel Zuspruch: “Stimmt, ich wollte schon immer mal wissen, wie ein Songwriter arbeitet, wie ein Text entsteht.”
Die Frage aller Fragen: “Und das machen eure Künstler mit?” Ja, die Werktage-Künstler machen das mit. Sie sind Teil der Werktage, um herauszufinden, was passiert, wenn die kreative Arbeit nicht im stillen Kämmerlein oder engen Proberaum stattfindet, sondern hinter der offenen Tür der Stadthausgalerie.
Wie das werden könnte, bewiesen zwei spontanen Auftritte: Die Band Lancaster spielte zum ersten Mal in Zweierbesetzung. Eine Probe gab es nicht; das Konzert war trotzdem toll. Und wie schön dieser Raum im Rathausinnenhof klingt! Ein Hall zum Verlieben, nicht zu viel, nicht zu wenig.
Danach begann Illustrator Christoph Mett sein wunderbares Werktage-Projekt, die Menschen aus Münster zunächst kennenzulernen und dann auf eigenartige Weise auf Papier zu verewigen. Das Gemeine: Er gibt seine Porträt-Illustrationen nicht heraus, sondern sammelt sie bis zu seiner Werktage-Prästenation am 22. Oktober.
Zudem gab ein viel beachteter vokaler Film der Filmwerkstatt Münster dem Abend und dem ganzen Werktage-Projekt das Motto: “Die Gedanken sind frei.”
Folge eines langen Tages: Zwei durchgebrannte Tageslichtprojektorenglühlampen, 500 verteilte Werktage-Postkarten und große Vorfreude auf den offiziellen Startschuss am kommenden Freitag (10. September) um 18 Uhr.
Bis dahin,
andré boße