26.10.2010 18:12 – 20:03 Uhr / Lancaster und der epiFUNias Gospelchor
26.10.2010 18:14 – 20:08 Uhr / Lancaster und der epiFUNias Gospelchor
27.10.2010 19:40 – 20:17 Uhr / Lancaster und Bläserensemble / Auch diesmal können die kurzen Belichtungszeiten die Unschärfe nicht wettmachen: Das ist das Aus für das Loch mit der Blende f/90!
27.10.2010 19:44 – 20:19 Uhr / Lancaster und Bläserensemble
Marc Günnewig von Modulorbeat wollte es sich nicht nehmen lassen, höchstselbst die Bänke noch einmal auf Stabilität hin zu überprüfen, bevor heute, am letzten Tag der Lancaster-Werktage-Woche, die Bude richtig voll werden sollte.
Sebastian Voß brachte wie besprochen Gläser und Whiskey mit, um einem Lancaster-Ritual fröhnen zu können – sich einen gemeinsamen Drink unmittelbar vor einem Konzert zu genehmigen. Das beruhigt die Nerven und ölt die Stimmen!
Gegen 18.00 Uhr waren die meisten Instrumente für den Soundcheck aufgebaut, auch die dritte Gitarre inkl. Verstärker und das Metallophon – beides Instrumente, die wir für eine letzte Probe brauchen sollten:
Zusammen mit den beiden Kuratoren der Werk/Tage André Boße und Marc-Stefan Andres wollten wir noch einen Lancaster-Song austesten, um diesen dann später auch beim Konzert vorstellen zu können.
Vier bis fünf Durchgänge später war “King Of Spain” im Kasten, Soundcheck zusammen mit dem Cello von Hendrik Tarvenkorn, mit der Elektronik von Thomas Bücker und dem Bläserensemble – dann kam das Publikum. Gegen 20.30 Uhr betraten Lancaster die Bühne und starteten mit den drei Stücken des Cello-Sets.
Wir hatten das Gefühl, alle drei Songs noch etwas stimmiger hinbekommen zu haben als am Montag bei der öffentlichen Probe – ein prima Anfang für unser Abschlusskonzert, wie wir fanden.
Im Anschluss daran gab es den ersten Wechsel an den Instrumenten: Marten Bornmann (Posaune), Philipp Clodt (Tenor-Saxophon), Manfred Pohlschmidt (Trompete) und Marc Picker (Alt-Saxophon) stellten mit uns zusammen die drei Songs vor, die wir am Mittwoch hier öffentlich geprobt hatten:
Im Nachhinein hätten wir uns doch den Luxus gönnen sollen, alle Blasinstrumente extra zu mikrofonieren, denn je nachdem, wo man im Publikum stand oder saß hörte man mehr oder weniger gut den Gesamtklang der Band. Aber das ist ja auch ein Charakter der gesamten Werk/Tage: Es kann, muss und soll nicht alles perfekt sein, denn viele Ansätze dokumentieren lediglich einen Prozess auf dem Weg zum fertigen Ergebnis.
Danach präsentierten wir mit dem vorhin noch frisch einstudierten “King Of Spain” einen Song, der ursprünglich nur eine 20 sec. lange Idee eines Songs, ein Songfragment war und hier auf 5 min. ausgewalzt wurde und damit einer immer lauter werdenden Sound-Spirale glich. Das hätte “Züge der frühen Velvet Underground”, wie ein Freund hinterher kühn zu behaupten wusste.
Nach André Boße und Marc-Stefan Andres betrat nun Thomas Bücker als unser nächster Gast die Bühne. Wir spielten die drei Lancaster-Songs exakt in der Reihenfolge des Lernprozesses vom Vortag und machten nach dem atmospärisch dichten “Chuck/To The Moon” mit dem dritten Remix von “Catch Me” mit Thomas sowohl an der Elektronik als auch an den Drums ein wuchtiges Fass auf und baten mit “Porcelain Toilet” zum Big Beat-Tanz!
Nun galt es, die Lautstärke etwas zu drosseln und das Konzert mit der vierten Version von “Catch Me” zu beschließen – jetzt zusammen mit dem epiFUNias Gospelchor Münster und dem wunderbaren Winne Voget. Anrührender und schöner hätten wir diesen einmaligen Abend, diese einmalige Woche musikalisch nicht beschließen können – die randvolle Stadthausgalerie war nun endgültig aus dem Häuschen und zollte uns einen Applaus, der mir durch Mark und Bein ging! Der Chor setzte noch einmal zum Reprise von “Catch Me” an und nach etwa 70 Minuten beendeten Lancaster ihre Werktage-Woche mit einer (auch wenn das anmaßend klingen mag) Größe, die ich nicht erwartet hatte und nicht erwarten konnte.
Unser uns die ganze Woche begleitendes Filmteam, welches ebenso viel Arbeit wie Lancaster oder wie unser Techniker Tobias Mennemeyer geleistet hatte, machte noch eine letzte Interview-Runde durch das Publikum und befragte uns anschließend nach einem Fazit, welches selbstredend nur überschwänglich ausfallen konnte.
Wir bedanken uns für eine unvergessliche Zeit hier in der Stadthausgalerie bei unseren Mitmusikern, unseren Gästen der Stadthausgalerie, bei den Kuratoren, bei Risna Olthuis vom Kulturamt der Stadt Münster, vielen anderen uns helfenden Händen und vor allem bei unseren Kamaraleuten Katharina Miggelt, Jonas Köhne und Jan Telgkamp:
Wie es mit Lancaster nun genau weitergehen wird, wissen wir noch nicht, aber es sind Studio-Aufnahmen angedacht, um die Erfahrungen dieser Woche konservieren zu können, der Dokumentarfilm wird in Kürze geschnitten, evtl. laufen hier und da schon kurze Teaser dazu. Am Samstag haben wir die Stadthausgalerie ausgeräumt, sind wieder in unseren 16 qm kleinen Keller im JIB/Gleis 22 gezogen und wurden sentimental, weil diese Woche damit definitiv beendet wurde. Die Werk/Tage gehen weiter, in Erinnerung bleiben tausend tolle Dinge, viele neue Freunde und eine überraschend schlüssige Setlist:
Überraschung! Keiner von uns hatte auch nur einen Hauch einer Ahnung, mit was für Ideen er gestern in der Stadthausgalerie auftauchen würde, sowohl für Lancaster als auch für die Besucher war das absolutes Neuland: Der Münsteraner Elektro-Musiker Thomas Bücker alias Jean-Michel hatte sich vorbereitet. Und wie! Er hatte erst eine Woche vorher Demo-Versionen von drei Lancaster-Songs in mieser Soundqualitat von uns erhalten und Thomas lieferte gestern sauber drei Tip-Top-Arrangement-Ideen ab!
Der Arbeitsprozess gestern war, dass Thomas uns bat, sich zunächst die von ihm entworfenen Sound- und Beat-Spuren in Ruhe anzuhören, dann langsam zu versuchen, sich in den jeweiligen Song hineinzufinden, um dann gemeinsam das Stück erstmalig durchzuspielen. Song #1 war “Chuck/To The Moon”, der Song über Charles “Chuck” Yeager, den ersten Menschen, der Überschallgeschwindigkeit geflogen ist und sich standhaft weigerte, einer der Testpiloten zu sein, die von der NASA für das erste Mondlandeprogramm ausgewählt und augebildet werden sollten – er prügelte lieber einen Starfighter nach dem nächsten in den Himmel, brach Geschwindigkeits- und Höhenrekorde und verzichtete auf die Erfahrung und den Ruhm des Astronauten-Daseins. Thomas’ Idee dazu war eine atmosphärische, an TripHop erinnernde Version des Songs, er hatte einen feinen “Hell Is ‘Round The Corner”-Beat (Tricky) als Gerüst geschnitten und wir legten entspannt, nachgerade zeitlupenhaft Gitarre, Bass und rudimentäre Becken darüber, im Mittelteil gab es Astronauten-Funkschnipsel aus Thomas’ Rechner, am Ende startet die akkustische Rakete mit elektronischer Lautstärke und Gitarren-Feedback. Der Song fluppte von Anfang an und machte eine Menge Spaß!
Sogar zwei Versionen zu “Catch Me” standen zur Verfügung, wir nahmen einfach beide, indem wir sie ineinanderfügten – inklusive Überraschungseffekt, denn Thomas wechselte mitten im Song, während die Sequencer und die Beats weiterliefen, ans Schlagzeug. Gemeinsam nagelten wir hier ein fettes Brett an den Boden, womit wir schon ein Ziel der Werk/Tage für uns erreicht hatten – nämlich vier unterschiedliche Versionen zu “Catch Me” mit unseren musikalischen Gästen zu arrangieren.
Sogar Wolfgang Müllers Mundharmonika kam hier noch zum Einsatz:
Song #3 war eine Big-Beat-Version von “Porcelain Toilet”, die uns lautstärketechnisch in eine für diese Räumlichkeiten zu monströse Sphären brachte – die etwas coolere Version tat es dann wunderbar! Eindeutig ein Song für die Tanzfläche, liebe Leute mit dem geschmeidigen Schuhwerk! Enorm wichtig hier ist die Taste mit der Nummer 9 auf dem Beats-Pad von Thomas – die Bedienung hat für uns dann freundlicherweise und sehr kompetent Jonas vom uns diese Woche begleitenden Filmteam übernommen:
In den Pausen wurden von Katharina Miggelt und Jonas Köhne weitere Interviews mit unserem Werktage-Techniker Tobias Mennemeyer und natürlich mit Thomas Bücker geführt, im Anschluss spielten wir alle drei erarbeiteten Songs nochmal, dann endete unser vierter Werktag mit einem uns alle erfüllenden Gefühl von Noise-Elektro-Indie-Rock!
Heute ab 17.00 Uhr beginnt der Aufbau für unser heutiges Abschlusskonzert, bei dem wir komprimiert zeigen wollen, was wir in diesen vier Werktagen in der Stadthausgalerie geschafft und geschaffen haben – alle musikalischen Gäste der Woche werden uns heute erneut begleiten:
Hendrik Tarvenkorn (Cello)
epiFUNias Gospelchor Münster unter der Leitung von Winne Voget
Thomas Bücker (Jean-Michel)
Bläserensemble unter der Leitung von Marc Picker:
Marten Bornmann – Posaune
Philipp Clodt – Tenorsaxophon
Marc Picker – Altsaxophon
Manfred Pohlschmidt – Trompete
Um 18.00 Uhr planen wir neben dem Soundcheck noch eine Überraschungs-Probe zum Lancaster-Song “King Of Spain”, den wir hoffentlich so weit und so schnell ausarbeiten werden, dass wir diesen dann auch während des Konzertes aufführen können.
Das Konzert beginnt heute um 20.00 Uhr, wir bemühen uns um Pünktlichkeit und sind, jetzt natürlich erst recht, sehr gespannt!
Fotos: Jeannette Kiewaldt.
21.10.2010 14:06 – 14:17 Uhr / Christoph Mett / Die Blende f/90 bringt schöne kurze Belichtungszeiten, in diesem Fall etwa nur knapp zehn Minuten, aber leider auch eine sehr unschöne Unschärfe über das ganze Motiv. Aber man kann den Zierkohl von Christoph so gerade noch erkennen…
21.10.2010 14:10 – 14:24 Uhr / Christoph Mett
21.10.2010 14:55 – 15:09 Uhr / Christoph Mett
21.10.2010 15:03 – 15:19 Uhr / Christoph Mett
Gegen 16.00 Uhr war ich mit Jonas Köhne vom Filmteam und mit dem Bostoner Gitarristen Jeff Platz in der Stadthausgalerie verabredet – Jonas wollte die Technik für ein Band-Interview vorbereiten und Jeff, der ab Dienstag nächster Werk/Tage-Künstler sein wird, brauchte einen unserer Gitarrenverstärker für einen Auftritt in Duisburg. Kaffeemaschine anstellen, ein wenig Ordnung im Raum machen, Thorsten Arendt beim Reparieren und Montieren der Modulorbeat-Bänke zugucken – gegen 18.00 Uhr war die Band Lancaster vollständig, so dass Jonas Köhne, Jan Telgkamp und Katharina Miggelt mit dem Band-Interview beginnen konnten (Fotos von Werk/Tage-Fotograf Thorsten Arendt):
Katharinas Fragenkatalog: Wer seid Ihr? Seit wann seid Ihr? Was wollt Ihr hier? Was erwartet Ihr? Wie arbeitet Ihr? Wie war es hier bisher? Wie waren die Gäste? Wer soll angesprochen werden? Was macht Ihr für Musik? Nun ja, das war die beste Frage: Dazu hätten wir ca. 3 Stunden etwas sagen können – wir sind zu drei Vierteln nämlich eine Quassel-Band, so dass Jan und Jonas ein paar Film-Bytes mit unserem Quatsch vollgeblasen bekommen haben. Katharina meinte zwischendurch, sie könne eigentlich auf die Fragen verzichten, wir würden sowieso schon irgendwas Sinnvolles von uns geben. Lancaster müssen das Material hinterher ja auch nicht schneiden, da kann man ja mal so den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben erzählen…
Gegen 19.00 Uhr kamen nach und nach unsere musikalischen Gäste des Abends: Posaunist Marten Bornmann, Tenor-Saxophonist Philipp Clodt, Trompeter Manfred Pohlschmidt und mein Nachbar und Alt-Saxophonist Marc Picker (Foto: v. l. n. r.) bauten sich, ihre Notenständer und ihre Instrumente auf und wir machten uns an den ersten Lancaster-Song “The Path To Choose”.
Kardinal-Missverständnis, welches wir erst etwa gegen 20.30 Uhr abstellten, war die Idee, Lancaster müssten (akkustisch betrachtet) Platz machen für das Blech und das Holz – eben so, wie wir uns für das Cello und den Chor in Lautstärke und Wucht zurückgenommen hatten. Ein Irrtum, denn die Folge war, dass sich das Bläserensemble an uns anglich, also moderat spielte, sich unserem verhaltenen Spiel anpasste. Somit hatten die ersten Versuche nicht die Kraft, die wir uns alle wünschten. Irgendwann sagte Marc Picker im Zuge des Probens zu “Catch Me”, dass Lancaster “da hinten raus aber mal so viel Krawall machen sollten, wie sonst auch!”. Da war dann der Groschen gefallen, Gitarren lauter, Verzerrer rein – und wir ließen es endlich krachen! Dafür gab es dann den ersten Applaus der etwa 15 bis 20 Gäste (auch 2 Mitglieder des epiFUNias-Gospelchors vom Dienstag waren interessierte Zuschauer).
Kurze Pause für Lancaster gegen 21.00 Uhr, Jan, Jonas und Katharina schnappten sich unsere musikalischen Gäste für ein Interview, anschließend machten wir uns an das dritte Lancaster-Stück “Diablo”. 40 Minuten scheinen knapp, waren sie auch, aber es klappte! Und das ist in erster Linie ein Verdienst meines Nachbarn Marc Picker, der sich im Vorfeld mit uns zusammengesetzt hatte, um unser Songmaterial zu sondieren, um Ideen dazu zu entwickeln, um das Bläserensemble passend zusammenzustellen und um ausgefuchste Partitur-Entwürfe zu schreiben. Ansonsten hätten wir das auch alles völlig vergessen können – drei Songs hätten wir unvorbereitet niemals an einem Abend ausarbeiten können. Es gab also die Entwürfe, die gestrige Probe war aber tatsächlich “der Moment, in dem der Bär seine Socken zeigt!” (Marc Picker). Vielen Dank dafür, vielen Dank auch an die hervorragenden Instrumentalisten Manfred, Philipp, Marten und Marc!
“Diablo”, “The Path To Choose” und “Catch Me” – eine prima Bilanz!
Einen völlig andere Probe dürften wir heute erwarten, leider einmal ohne Sebastian, dafür mit unserem musikalischen Spezialgast und Freund Thomas Bücker alias Jean-Michel http://www.beatsbeyond.de . Möglich, dass wir heute ohne Schlagzeug auskommen werden, da die Beats und Clonks aus dem Rechner kommen könnten – aber: Das wissen Lancaster zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, das sehen wir selbst erst dann, wenn es passiert! So wie Ihr, wenn Ihr uns besuchen kommt: Um 17.00 Uhr geht’s los, Aufbau, Soundcheck, dann Hybrid-Knöpfe-Dreh-Indie-Rock! Und wir sind, wie immer, sehr gespannt!