»Jan Klare«

Lochkamera / 30.09 bis 03.10.2010

24.Oktober 2010

30.09.2010 17:14 – 18:03 Uhr / Jan Klare Solo

30.09.2010 20:12 – 21:31 Uhr / Jan Klare Solo / Das Geisterwesen rechts ist die Reflexion von Jans Saxophon.

03.10.2010 15:40 – 15:59 Uhr / Jan Klare „Der Jazzibo – Hast Du Angst vor mir?“

03.10.2010 15:42 – 16:03 Uhr / Jan Klare „Der Jazzibo – Hast Du Angst vor mir?“

File Frahgen

04.Oktober 2010

Das war ein Spass und auch eine grosse Herausforderung, dieses Projekt hat mich so beschäftigt wie kein anderes in den letzten 2 Jahren. Für Kinder spielen ist wirklich Neuland. Wie geht man mit ihren Spannungskurven um, was ist zu laut, was zu abstrakt, was zu “pippi”? Ich lasse noch sacken und überlege dann aufgrund meines Gefühls, der Kollegengespräche und der Rückmeldungen, wo wir umbauen können für die Premiere in Frankfurt.

Allerdings muss ich sagen, dass mir auch der Gedanke kam, warum man sich so viel Gedanken macht.

Erschreckend, wenn man die Kinder als Aliens sieht und Angst vor Ihnen und Ihren Reaktionen hat, oder?

Und auch:  sind es wirklich alles Prinzen und Prinzessinnen, mit denen man zu tun hat und mit denen man unter dem Vorzeichen “kleine Konsumenten”, die unter allen Umständen befriedigt werden müssen, umgehen muss. Ist es wirklich so cool, wenn alles so glatt läuft wie bei “Sponge Bob”? Muss nicht der Akt der einfachen, direkten, emotionalen Begegnung und des “Ich bin jetzt hier und erzähl Dir was” das zentrale bleiben?

- schöne Fotos – Thorsten, danke auch dafür!

Die Musik antwortet immer!

04.Oktober 2010

Das Trio Konzert war wahrscheinlich eins der abstrakteren Art – doch grad hier war erfreulich, wie viele Leute den Tönen und Geräuschen einfach gefolgt sind! Es ist ein ganz simpler und unbeschwerter, spielerischer Prozess in dem eine Idee die nächste ergibt, ein Sound mit dem davorhergehenden kontrastiert. In dieser Reinkultur für mich nur mit wenigen möglich, mit wenigen Musikern und nicht mit jedem Publikum. Danke fürs Zuhören. Ich kann das nicht oft genug betonen – das Publikum kann den Prozess erheblichst beeinflussen. Aber keine Angst, die Verantwortung übernehme immer ich.

Ich habe bei den Werktagen wesentlich mehr persönliche Gespräche mit den Gästen geführt, als in irgendeinem anderen Club und habe festgestellt: die Leute wollen das – die Musik allein reicht oft nicht, sie wollen Fragen beantwortet haben – mit Worten.

Das ist manchmal anstrengend und auch Energie zehrend, wenn man hier oder da das das Gefühl hat, was mit den Klängen nicht funktionierte, geht mit den Worten auch nicht. Es kann aber auch ausgesprochen nett sein. Deshalb lieber Leser, bitte nicht zurückschrecken vor einem Gespräch, aber lass mich auch meine Ambivalenz benennen – ich glaube der Weg liegt dazwischen. Meine Erfahrung ist, dass man der Musik selbst die Fragen stellen muss. Beim Zuhören. Die Musik antwortet immer!

Jan Klare „Der Jazzibo – Hast Du Angst vor mir?“ – Bilder vom 03.10.2010

03.Oktober 2010

Jan Klare – Bilder vom 30.09.2010

01.Oktober 2010

Solo

01.Oktober 2010

Diese zwei Stücke enstanden gestern – beurteilt selbst!

Pal

Art

Die Stadthausgalerie auf die Landkarte setzen

29.September 2010

29.9.10

Ein paar Notizen:

Habe zunächst mit Jan von modulorbeat über den Raum gesprochen, dabei zu Mittag gegessen, die “Schlüsselfrage” geklärt. Dann erst mal ca 50 Minuten gespielt. Der Raum legt einem bestimmte Dinge nah – lange Töne, dem Sound nachhorchen. Immer wenn ich beim Üben kurz pausiere, denke ich: es klingt besser, wenn ich nicht spiele. Dann ist da niemand, der sich ausdrücken will – nur das urban-kosmische Hintergrundrauschen.

Die “Entstehung eines Kunstwerks”, ist m.E. als Prozess in der Musik nicht von aussen wirklich beobachtbar, der Ton ist direkt da oder direkt wieder weg, deshalb ist zumindest Live Musik nur direkt emotional nachvollziehbar. Der Betrachter hat dabei unmittelbar Einfluss auf das Ergebnis, duch seine Anwesenheit, seine Konzentration – und sehr entscheidend auch der Raum. Die Stadthausgalerie lässt mich komplett anders spielen als meine normalerweise schalltote Übekabine.

Für mich steht wieder mal die Frage im Raum, was Arbeit in meinem Fall eigentlich konkret bedeutet. Das Eine ist die Pflege des Handwerklichen, das Andere, wie daraus etwas Größeres entstehen kann. Keine Ahnung, aber ich meine, auf jeden Fall unsichtbar. Der Witz über das Ehepaar im Konzert des Stardirigenten fällt mir ein, wo sie zu ihm sagt: “Weck mich, wenn er anfängt zu faszinieren.”

Gibt es die von den Kuratoren suggerierte Angst vor dem Kunstwerk (“Kunst ist nicht gefährlich”)? Sicherlich auch, aber meine Erfahrungswelt kennt mehr Desinteresse, Genervtheit und Ignoranz als einen Zustand mit zu viel Respekt. Was will mir das sagen?

Seit 3 Stunden sitzen hier nur ich und die “Aufsicht”, sie lernt Jura, ich lerne den Raum kennen, beide werden wir dafür bezahlt, “Luxus Welt”.
Ich habe heute viel gelernt hier – im Moment denke ich auch, es wäre genauso interessant, einen Zaun um mich zu machen, als mich öffentlich zu präsentieren, wobei mir die Ruhe und die Möglichkeit der Vertiefung sehr willkommen ist.

Ich bin sehr gespannt auf Morgen!

Nächster Künstler: Jan Klare, 29.09.+30.9./02.+03.10.

26.September 2010

Münsters bester Saxofonist nutzt die Stadthausgalerie im Rathausinnenhof als Jazz-Labor. Der Eintritt ist frei, und hier das Programm:

Am Mittwoch (29.9.) entwirft er von 12 – 16 Uhr ein Solo-Programm.

Am Donnerstag (30.9.) entwirft Klare öffentlich ab 17 Uhr das Programm weiter und führt es um 20 Uhr als Konzert auf. ”Ich möchte die Arbeit vertiefen, die ich seit einigen Jahren allein vor mich hin betreibe und bei der ich versuche, meine Geschichten so deutlich wie möglich zu erzählen“, kündigt der Musiker an

Am Samstag (02.10.) bekommt der Saxofonist Unterstützung von den niederländischen Jazz-Ausnahmekönnern Wilbert de Joode und Michael Vatcher aus Amsterdam. Auch hier proben und diskutieren die Musiker ab 17 Uhr ein Konzert, das sie dann um 20 Uhr aufführen werden. Das Publikum ist eingeladen, sowohl die Entstehung eines Programms zu beobachten als auch das anschließende Konzert zu besuchen.

Am Sonntag (03.10.) beginnt um 15.30 Uhr ein Konzert für Kinder – eine Art Generalprobe für eine große Premiere, die Ende Oktober für den Hessischen Rundfunk in Frankfurt stattfinden wird. Das Kinder-Jazz-Projekt „Der Jazzibo – Hast Du Angst vor mir?“  erzählt von großen und kleinen Tieren sowie von der Frage, wer vor wem Angst hat. Jan Klare und seine Band You Are So Me sowie Sänger Achim Kämper und Erzähler Christian Fries nutzen die Geschichte, um einen spannenden Ausflug in die Welt der Klänge, Verkleidungen und Abenteuer zu unternehmen. Am Tag selbst findet auch von 11.30 bis 14 Uhr auch die öffentliche “Probe zur Probe” statt.