09.11.2010 15.11 – 16:14 Uhr / Filmwerkstatt
09.11.2010 15.15 – 16:20 Uhr / Filmwerkstatt
09.11.2010 16.31 – 17:24 Uhr / Filmwerkstatt
09.11.2010 16.35 – 20:01 Uhr / Filmwerkstatt
Mittlerweile ist Mittwoch. Damit niemandem etwas entgeht, beginnen wir mit einer kurzen Zusammenfassung der gestrigen Geschehnisse. Zu allererst sei erwähnt, dass die bereits am Dienstag Morgen installierte Weihnachtsmarkt-Deko scheinbar die Münsteraner tatsächlich dazu veranlasst, etwas mutiger zu agieren. Wir konnten erfreulicher Weise einen deutlichen Zuschauer-Zuwachs verzeichnen. Interessierte Menschen aus drei verschiedenen Generationen kamen vorbei um sich einen Eindruck darüber zu verschaffen, was genau am Set so passiert und wie die unterschiedlichen Abläufe aussehen. Die damit verbundenen Möglichkeiten wurden von den Regisseuren Julian Isfort und Sven Stratmann auch direkt erkannt und genutzt: das erste mal wurden Passanten als Statisten in den Dreh mit einbezogen.
Allerdings ließ sich schon früh erkennen, dass unsere geplante Drehzeit unausweichlich mit unserem tatsächlichen Zeitplan kollidieren würde. Zum Schluss war die Aufsicht dann aber so freundlich uns eine Stunde länger als geplant in der Galerie verweilen zu lassen und es somit ermöglicht, dass wir am Ende doch alles im Kasten hatten.
Heute steht dann also Postproduktion auf dem Programm:
In erster Linie Schnitt und digitale Nachbearbeitung; vor Ort durchgeführt und über Beamer den interessierten Besuchern zugänglich gemacht.
Hoffen wir mal, dass der heutige Sprühregen den Passanten nicht die Sicht auf unser hübsches “werk/tage Schild” – und somit auf den einzigen Wegweiser hinein zu uns in die Galerie – verschleiern wird.
Um 20:00 Uhr wird dann nämlich der Film vorgeführt. Darüber hinaus sollen Thorsten Arendts Fotos, die er mit der Lochkamera gemacht und somit die gesamten Werktage dokumentiert hat, gezeigt werden. Eine Möglichkeit für diejenigen, die nicht immer dabei sein konnten, sich einen kleinen Überblick bezüglich der stadthausinternen Geschehnisse der letzten zwölf Wochen zu verschaffen. Von Seiten der anderen Künstler wird es auch den ein oder anderen Leckerbissen zu hören und sehen geben.
Lasst euch überraschen!
Guten Morgen Münster.
Wir schreiben Dienstag, den 09.11.2010, und das erste Drittel der verfügbaren Arbeitszeit in Münsters Stadthausgalerie ist bereits verstrichen. Also ist es wohl Zeit für ein kleines Resümee: Nach einigen Startschwierigkeiten ist es uns dann doch noch vor Drehbeginn gelungen, ein recht vielversprechendes Team auf die Beine zu stellen. Zur Kurzfilmprojekt-Crew zählen:
Enes Habibovic (Schauspiel/Tanz), Anna Baggemann (Schauspiel), Julian Isfort (Regie/Idee), Sven Stratmann (Regie/Idee), Jan-Malte Enning (Kamera/Licht), Christian Peters (Ton) und Janosch Jäger (Produktionsleitung).
Nun gut. Der erste Tag neigt sich dem Ende entgegen. Es ist 20:30 Uhr und die Kaffeemaschine – gut, dass wir sie nicht vergessen haben – erfüllt ihren Zweck. Anna beginnt hinter ihrem Tresen bereits ohne Aufforderung zu gähnen. Aber sie ist ja Profi, auf Wunsch ist sie gleich wieder hoch motiviert – zumindest wirkt sie so. Ständig brummt der Kühlschrank im Hintergrund. Es hat nicht lange gedauert, bis das monotone Summen zum Bestandteil der Szenerie geworden ist. Fällt somit nach annähernd sieben Stunden in der Stadthausgalerie kaum noch auf. Vor der Tür ein glühbirnenverhangener Blick in den dunklen Novemberhimmel. Gelegentlich bleiben Passanten stehen und widmen unsere Arbeit eines aufmerksamen Blickes. Sehen wir zu eifrig aus? Wagt es niemand die Galerie zu betreten, weil die Uneingeweihten voller Sorge sind uns bei unserem Vorhaben – einen fertigen Kurzfilm nach nur 72 (…Moment! Drei Tage á 8 Stunden in der Galerie? 24 Stunden!!!) Stunden abzuliefern – zu stören? Vielleicht werde ich einfach Dienstag mal einen Zettel mit der Aufschrift “Zutritt erwünscht” in großen Lettern an die Türe kleben. Manch einer braucht vielleicht eine deutliche Einladung um den Schritt in die Galerie zu wagen!
Wir wollen aber optimistisch bleiben. Auch wenn die Besucherzahlen gering waren hatten wir doch ab und an das Vergnügen einen fremden Menschen das Gesicht durch die spaltweit geöffnete Türe stecken zu sehen. Der Montag hat uns vielleicht nicht ganz so weit gebracht wie der ein oder andere es zuvor noch zu hoffen gewagt hat, aber noch liegen wir einiger Maßen im Zeitplan und werden dementsprechend heute mit großem Einsatz das Projekt Kurzfilm in Richtung Fertigstellung vorantreiben.
Als wir heute Morgen die Stadthausgalerie erreichten, kam besondere Freude beim Anblick der tannengrünen Weihnachtsmarktdekoration, welche nun die gesamte Fensterfront der Galerie bedeckt und uns bezüglich der Tageslichtaufnahmen doch noch ein wenig mehr fordert als ursprünglich erwartet. Vielleicht werden die Münsteraner ja beim vertrauten Anblick der Weihnachtsmarkt-Dekoration etwas mutiger. Meistens kommt es ja doch anders als man erwartet…
Also dann – auf ein Neues!
Eine Gruppe junger Filmemacher der Filmwerkstatt Münster schreibt, konzipiert, besetzt, dreht und schneidet in der Stadthausgalerie (Rathausinnenhof) einen Film – und das in nur 72 Stunden. Wofür Filmteams sonst Wochen und Monate brauchen, soll hier an drei Tagen funktionieren. Die Arbeiten beginnen am Montag um 14 Uhr; von Montag bis Mittwoch ist das Filmteam jeweils von 14 bis 22 Uhr in der Stadthausgalerie zu erleben.
Der wichtigste Komparse bei den Dreharbeiten ist die Stadt Münster mit ihren Gäste und Bewohnern. Es ist für die Filmemacher ein Laborversuch, ein Experiment. „Live“ werden die realen Ereignisse und Befindlichkeiten vor Ort mit in die Arbeit einbezogen. Spontane Interaktion mit den Besuchern, die bei freiem Eintritt den Dreharbeiten in der Stadthausgalerie beiwohnen dürfen, ist gewünscht. Dem Publikum wird somit ein direkter und ungewöhnlicher Einblick in die Entstehung eines Films gegeben – besser als jedes „Making Of“ als Extra einer DVD. Am Mittwoch (10. November) zeigt die Filmwerkstatt dann ab 20 Uhr in der Stadthausgalerie das Resultat der Arbeit.
Die Realisierung des Kurzfilms während der Werktage ist Teil der Veranstaltung „Die Halbtotale“ im Rahmen des Filmfestivals Münster.